Impingement am oberen Sprunggelenk

Ein Einklemmungssyndrom (Impingement-Syndrom) am oberen Sprunggelenk äußert sich durch chronische belastungsabhängige Beschwerden, die mit Einschränkungen des Bewegungsumfanges des betroffenen Sprunggelenkes einhergehen. Insbesondere die Hebung des Fußes ist schmerzhaft und nur begrenzt möglich. Häufig äußern Patienten auch Schmerzen beim Treppensteigen oder am Ende der Abrollbewegung des Fußes.

Am häufigsten finden sich Einklemmungssyndrome in den vorderen und seitlichen Abschnitten des oberen Sprunggelenkes, seltener in den hinteren Abschnitten. Sie treten oft als Folge von Verletzungen auf, z. B. nach einer Außenbandruptur bei einem Umknicktrauma oder nach einer Fraktur des Sprunggelenkes. Auch eine chronische Überlastung des oberen Sprunggelenkes mit wiederholt auftretenden Mikroverletzungen – etwa bei Fußballern (“soccer player´s ankle”) oder Tänzern – kann die Ursache dafür sein.

Man unterscheidet deshalb zwei Formen: Bei einem Weichteilimpingement kommt es zur Einklemmung weichteiliger Strukturen (entzündliche Gelenkinnenhaut, Kapselbandgewebe, Narbengewebe). Hingegen bilden sich bei einem knöchernen Impingement überlastungsbedingt neue Knochen aus, meist an der Schienbeinvorderkante und am gegenüberliegenden Sprungbeinhals.

Einklemmungssyndrom – Operative Therapie

Bei einem Impingement am oberen Sprunggelenk empfiehl es sich, die einklemmenden weichteiligen oder knöchernen Strukturen zu entfernen. Das kann meist arthroskopisch, d. h. im Rahmen einer Gelenkspiegelung, durchgeführt werden. Bei stark ausgebildeten Impingement-Befunden bietet sich die operative Entfernung über einen minimalinvasiven offenen Zugang an. Mit dem Entfernen der einklemmenden Strukturen verfolgen wir zwei Ziele: eine Reduktion der Beschwerden und eine Verbesserung der Beweglichkeit des Sprunggelenkes.

Arthroskopie des oberen Sprunggelenkes

Eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) am oberen Sprunggelenk dauert ca. 30 Minuten und kann ambulant ausgeführt werden. Vor Operationsbeginn legen wir eine Blutdruckmanschette (Blutsperre) am Oberschenkel an, so dass der Blutverlust während der Operation minimal gehalten wird. Nach Auffüllen des Gelenkes mit Flüssigkeit, lassen sich über zwei kleine Zugänge die Lichtquelle mit Kamera sowie die erforderlichen Spezialinstrumente in das Gelenk einführen. Oft zeigt sich auch eine Begleitentzündung der Gelenkinnenhaut, die sich im Rahmen der Gelenkspiegelung teilweise beseitigen lässt. Die Entfernung von knöchernen Anbauten (Osteophyten) oder störenden Weichteilstrukturen sowie die anschließende Glättung erfolgt mit kleinen Spezialinstrumenten. Der meist kurze Eingriff kann sowohl in Vollnarkose als auch in Teilnarkose (Spinalanästhesie) stattfinden.

Nachbehandlung

Postoperativ wird das betroffene Bein für etwa eine Woche mithilfe von Unterarmgehstützen teilbelastet. Auch eine intensive physiotherapeutische Beübung des Sprunggelenkes sollte zur Wiedererlangung des optimalen Bewegungsumfanges sowie zum Aufbau der sprunggelenksumspannenden Muskulatur durchgeführt werden. Nach ca. vier Wochen können leichte gelenkschonende sportliche Aktivitäten wie Schwimmen oder Fahrradfahren wieder aufgenommen werden.